Die Hundephilosophin

Shownotes

Episode 28: „Die Hundephilosophin!“ - Im Gespräch mit Miriam Arndt-Gabriel

Hunde kommunizieren über ihren Körper – und wir können lernen, diese Sprache zu verstehen. Gewaltfreiheit im Hundetraining bedeutet für Miriam, die Bedürfnisse von Mensch und Hund gleichermaßen zu sehen. Mit Miriam spreche ich über ihre Sicht auf das Verhältnis zwischen Mensch und Tier, ihre Veröffentlichung: "Hunde und Kinder: Das Miteinander achtsam begleiten" und die Ausbildung von Assistenzhunden.

Kontakt & Informationen zu Miriam Arndt-Gabriel:
Gewaltfrei. Wissenschaftlich fundiert. Bedürfnisorientiert.

Web: https://www.diehundephilosophin.de/

Transkript anzeigen

00:00:01:

00:00:04: Hallo und herzlich willkommen zu Potenzial Talk, dem Podcast von Tanja Degner.

00:00:28: In dieser Episode geht es um Hunde – eine neue Sicht auf den Umgang und die Arbeit von Miriam Arndt Gabriel der Hundefilosophin!

00:00:40: Miriam ich freue mich sehr dass du heute da bist.

00:00:43: magst Du selbst vorab dich vorstellen und etwas zu dir und deiner Arbeit sagen?

00:00:50: Ja, sehr gerne.

00:00:51: Hallo Tanja!

00:00:51: Vielen Dank für die Einladung.

00:00:53: Genau ich bin seit im Jahr zwei Tausend neun unter dem Namen Die Hundephilosophien tätig was ursprünglich damit zu tun hat dass sich tatsächlich mal Philosophie studiert habe und mich immer noch ein bisschen würde ich sagen als Philosophen identifiziere auch im Sinne von Philosophia als Lebenseinstellungen vielleicht und hab dann aber einen großen Karrierewechsel sozusagen hingelegt und mich eben ganz auf die Hunde und ihre Menschen konzentriert und Hundepsychologie studiert usw.

00:01:21: Und berate eben Menschen, die in irgendeiner Form Schwierigkeiten mit ihren Hunden haben.

00:01:29: Seit so sieben Jahren bild ich Assistenzhunde mit psychisch kranken Menschen aus.

00:01:35: Da reden wir bestimmt später auch noch mal drüber Und ich habe ein Kind bekommen und mich dann in den Bereich Hund und Kind und Hund und Kleinkirn so ein bisschen reingefuchst, unter einem Buch drüber geschrieben.

00:01:49: Das sind die Themen, die mich beschäftigen.

00:01:53: Wie bist du denn selbst auf das Thema gestoßen?

00:01:56: Wie war dein Weg zu dieser heutigen Sicht?

00:01:59: Und natürlich du hast jetzt schon gesagt, auch selber auch im Kind bekommen.

00:02:02: Das heißt es gab so bestimmte Steps aber das ist ja auch in deiner Arbeit sehr stark um dieses gewaltfrei und bedürfnisorientierte Kontakt mit Hunden.

00:02:13: Ja genau Ich würde sagen Es hat mit meinem ersten eigenen Hund angefangen.

00:02:20: Den habe ich aus dem Jahr die Tiberterre gekauft lang Haarwesen, wo die Kinder auf der Straße fragen, wo eigentlich vorn und hinten ist.

00:02:30: Der meine Seele sehr angesprochen hat und habe mich dann sehr in das Thema eingearbeitet weil ich glaube auch grundsätzlich einfach ein bisschen so meiner Art ist und bin aber eben auch in Hundeschulen gegangen in Berlin.

00:02:42: damals war das und hatte den Eindruck so dass kann es irgendwie nicht sein wie damit den Hunden umgegangen wird.

00:02:49: Das entspricht eigentlich nicht dem was dieses Tier für mich bedeutet und wie ich dem gerne begegnen möchte auch.

00:02:57: Also das war tatsächlich noch so Dinge, wie mit Schlüsselbunden werfen und rumschreien und drunterdrücken und festhalten also die ganz klassische alte Schiene.

00:03:07: Und dafür habe ich eben sehr viele Bücher gelesen und da aber auch nicht so richtig die Lösung gefunden weil oft eine Idee drin stand und es bei mir und meinem Hund dann aber irgendwie nicht so funktioniert hat, wie es drin stand und hab dann beschlossen.

00:03:21: Dann muss ich das Ganze eben ganz gründlich selber durchdringen und verstehen, wieso manche Dinge funktionieren und manche nicht?

00:03:28: Und welche davon für mich und mein Leben und meinen Hund aber auch passend funktionieren ist ja schön, aber ist ja auch nicht alles genau.

00:03:37: So bin ich da sozusagen reingeraten und habe mich tiefer eingearbeitet.

00:03:44: dann meine Unikarriere, die ich damals angefangen hatte aufgeben müssen weil ich ziemlich krank war und habe danach Alternativen gesucht.

00:03:51: Und dann gedacht ich probiere es mal vielleicht für ein paar Jahre einmal das mit dem Bundetraining.

00:03:57: Und da sind wir heute noch nicht stecken geblieben sozusagen.

00:04:01: Wunderbar!

00:04:03: Im Vorgespräch hast du auch erzählt dass wir letztlich wieder lernen dürfen über Körpersprache zu verstehen Damit auch wegzukommen von der Idee eben vom Dominanz, du hast eben schon davon gesprochen.

00:04:16: Dieses Schlüsselbund werfen oder ich kenn' auch diese Idee von runterdrücken um damit zu zeigen wel ist hier Alpha?

00:04:26: Was bedeutet das für dich jetzt konkret?

00:04:29: also Ich hab für mich irgendwann beschlossen mir das erst mal wissenschaftlich anzuschauen was ich durch meine wissenschaftliche Ausbildung konnte.

00:04:38: Das ist schon klar dass es nicht jeder Hunderhalter tun kann oder muss Und es ist mittlerweile eigentlich ziemlich klar, dass diese ganze Idee von Dominanz wissenschaftlich gesehen einfach falsch ist.

00:04:52: Weil da wurden Wölfe beobachtet die in viel zu kleinen Gehegen nicht miteinander verwandt aufeinander geschmissen wurden und sich irgendwie miteinander auseinandersetzen mussten und aus deren Sozialverhalten wurde dann sehr weitreichende Schlüsse auf unsere Haushunde gezogen.

00:05:08: Ich denke, das sagt sehr viel mehr über die Menschen aus, die da beobachtet haben und die Schlüsse gezogen haben als über unsere Haushunder.

00:05:17: Also Argument Nummer eins schon mal ist halt keine Wölfe es sind Hunde was einfach biologisch was ganz anderes ist Und ich glaube im Kleinen ist das im Prinzip für jeden von uns der Hund hat so dass es super schwierig ist zu beobachten ohne direkt ganz viele Interpretationen selber im Kopf zu haben.

00:05:36: Weil wir natürlich auf eine Art immer das sehen, was wir erwarten.

00:05:39: und wenn ich gelesen habe oder im Fernsehen gesehen habe und erwarte mein Hund hat eigentlich nur das Ziel hier gleich die Welterschaft zu übernehmen dann beobachte ich natürlich auch entsprechende Dinge.

00:05:50: Und es ist oft ganz schwer finde ich wirklich zu lernen hinzuschauen Was der Hund denn da tut.

00:05:57: und Hunde kommunizieren eben über ihren Körper Und da wissen wir eigentlich mittlerweile auch recht viel, weil es mittlerweile tatsächlich, also so seit dreißig Jahren viele Studien eben an Hunden und nicht an Wölfen gibt.

00:06:08: An Hunden wie die miteinander kommunizieren – auch freilebende Hunde zum Beispiel.

00:06:14: Das dann sehen zu lernen und ja auf eine Art akzeptieren zu lernen was ich da sehe ist für Menschen oft sehr schwer.

00:06:25: Und das ist gleichzeitig etwas, was faszinierend und spannend finde.

00:06:29: Und auch diesen Moment, wenn man das Leuten erklärt, guck mal dein Hund versucht eigentlich gerade dies und dass zu kommunizieren.

00:06:37: Dann merkt für die Leute selber ihren Hund auf einmal anders sehen.

00:06:40: Das finde ich immer einen sehr schönen Moment in meiner Arbeit.

00:06:44: Kannst du da auch mal Beispiele nennen?

00:06:46: Auch mit welchen Anliegen dann Menschen zu dir kommen?

00:06:52: Also ich würde sagen zu Beginn meiner Arbeit habe hast du ausschließlich mit Aggression gearbeitet, weil mich das sehr interessiert hat.

00:06:58: Also Hundebär die aggressiv gegen auf andere Hunde reagieren oder auf anderen Menschen und da sind wir ja sehr schnell so in diesem Narrativ von mein Hund ist irgendwie böse und es wird sehr viel im Menschen wach was wir selber eben über Aggressionen und auch über aggressive Kommunikation gelernt haben dass das irgendwie verboten ist dass das ganz schnell unterdrückt werden muss, falls man selber mal sowas fühlt.

00:07:26: Dass es nicht sein darf und das sind ja auch Gedanken die einen wieder vom hingucken abhalten so ne?

00:07:32: Weil wenn das so verboten ist da habe ich das gar nicht beobachten.

00:07:37: Und tatsächlich ist es nach allem was wir wissenschaftlich wissen So dass Hunde eigentlich untereinander Aggressionen im Sinne von also eine Eskalation vermeiden wollen weil es für Tiere grundsätzlich keinen Sinn macht sich gegenseitig zu beschädigen.

00:07:50: Und das heißt, der Großteil von aggressiver Kommunikation dient eigentlich dazu zu verhindern, dass was Schlimmeres passiert.

00:07:59: Wenn dann Menschen sich da einschalten und zum Beispiel ein Hund, wenn wir ein Kind in der Familie haben einen Hund, der das Kind anknurrt, wo Menschen eben sehr viel Angst empfinden, sehr viel wahrscheinlich auch an verschiedene schlimme Geschichten aus den Medien und Verwandten und Freunden denken verbieten, reagieren und versuchen sie müssen jetzt dieses Knurren wegmachen.

00:08:23: Weil das Knurrren heißt dass vielleicht was Schlimmes passiert?

00:08:27: Und tatsächlich ist hier ein Knurran erst mal ein Teil von hundlicher Kommunikation der im Prinzip sagt ich fühle mich ja gerade nicht wohl.

00:08:36: Das passt für mich so nicht.

00:08:38: Und d.h.

00:08:38: knurren ist ein super wichtiges Signal und Hunde können durchaus lernen, dass knurrin unerwünscht ist.

00:08:45: D.h.,

00:08:45: aber nicht dass sie nicht mehr empfinden sich nicht mehr wohl zu fühlen Sondern das heißt, dass Sie lernen... Ich habe eine bestimmte Eskalationsleiter.

00:08:53: Ich hab Stufen.

00:08:54: Das fängt an mit Weggucken und mir mal über die Lippen lecken.

00:08:58: Das sind Dinge, die ungeübte Menschen eh nicht sehen.

00:09:01: Dann kommt irgendwann das Knochen.

00:09:03: Dann lernen sie, okay, das soll ich nicht machen?

00:09:04: Lass mich weg!

00:09:05: Und dann kommt halt es daneben schnappen und dann kommt irgendwann ein Schnappen.

00:09:09: Und dann lernen sie vielleicht auch noch daneben Schnappen.

00:09:10: Soll ich auch nicht?

00:09:11: Ah ja ok, dann soll ich das Kind offensichtlich beißen wenn mir was nicht passt.

00:09:14: Und das ist genau das Gegenteil von dem, was die Menschen eigentlich wollen.

00:09:20: Und ich finde das gerade auch in Kontakt mit meinem eigenen Kind und anderen Kindern, denen ich begegne.

00:09:25: So spannend wenn wir ihnen diese Leiter klar machen können über Beobachtung zum Beispiel, übersagen ah guck mal die dreht sich weg!

00:09:33: Ich glaube die will gar nicht gestreichelt werden wie dann Kinder ganz natürlich lernen können dass eben die Sprache der Hunde ist.

00:09:41: also mein kind hat mit vier fünf glaub ich angefangen zu sagen oder der Hund macht weiße Augen, also hat so ein Stress-Auge.

00:09:48: Dann geh ich lieber mal weg und das ist ja für den Kind auch nichts Schlimmes.

00:09:52: Man muss ja nicht einen ganzen Tag den Hund streicheln oder was mit dem Hund machen.

00:09:55: Und ich glaube Kinder haben da oft noch ein besseres Verständnis für, dass Hunde halt mit uns reden auf ihre Art und auch reden dürfen.

00:10:03: Für Erwachsener ist es oft vielleicht ungewohnt, dass ein Hund da überhaupt eine Meinung und recht auf körperliche Unversehrtheit.

00:10:12: Und in Recht, was zu wollen oder nicht zu wollen hat.

00:10:15: Wir haben oft noch so dieses Bild von ein Hund muss sich alles gefallen lassen.

00:10:20: Ein Hund darf nicht auffallen, einen Hund darf keine Geräusche machen dass das irgendwie ein guter Hund ist.

00:10:27: Das ist glaube ich vielleicht sogar ein gefährliches Bild und zumindest eins was für den Hund nicht schön ist

00:10:36: Das ist jetzt so dieser Bereich, auch eben der Körpersprache was natürlich auch ganz viel über uns Menschen aussagt.

00:10:41: Also wie viele Gefühle dürfen wir überhaupt lassen?

00:10:45: und du hast schon gesagt dass ihm ganz oft das darum geht auch eigene Gefühlen eher zu negieren.

00:10:52: damit immer noch die Frage Was bedeutet dann für dich gewaltfrei?

00:10:57: Also sprich jetzt natürlich eben keine Dominanz zu zeigen, sondern wie würdest du denn vorgehen?

00:11:03: oder was ist dein Vorgehen wenn du einen Hund kennenlernst.

00:11:06: Du hast jetzt ein Beispiel genannt in Bezug auf aggressives Verhalten.

00:11:12: Ja Gewaltfreiheit finde ich da ein spannender Begriff weil natürlich kein Hundetrainer ins Internet schreibt Ich arbeite übrigens mit Gewalt und das ist ja nichts womit sich jemand identifizieren würde.

00:11:24: Deswegen nehme ich als zusätzlich im Begriff gerne Bedürfnis orientiert, im Sinne von der gewaltfreien Kommunikation nach Rosenberg.

00:11:32: Also im Prinzip schauen wir haben es ja mit Systemen zu tun also mit mindestens einem Mensch und einem Hund oft auch mehr Menschen oder mehr Hunde und dazu schauen wer hat hier eigentlich welche bedürfnisse?

00:11:42: Und wie gut sind die im Moment im Zusammenleben erfüllt?

00:11:49: Teil von Verhalten der Menschen ärgert ist im Prinzip erst mal normales, hundliches Verhalten.

00:11:54: Und das ist was wo viele Menschen glaube ich viel zu wenig darüber wissen was es eigentlich ein normales Hunde verhalten weil es natürlich nicht der dauerangepasste neben einem herlaufende unterdrückte Hund der gar nichts mehr macht.

00:12:07: Ich sage grundsätzlich dass viel Verhalten zeigen erstmal einen Zeichen psychischer Gesundheit für den Mund und eben eine ganz große Bandbreite von Verhaltenszeigen.

00:12:18: Und das heißt ein Großteil der Probleme, wie zum Beispiel Leine ziehen oder Mäubellen.

00:12:22: Oder Dinge nicht verstehen die man als Hund offensichtlich machen soll ist ja erst mal total normal.

00:12:29: dann hätten wir es mit einem Trainingsproblem zu tun.

00:12:31: Das heißt dass Leute zu wenig wissen Wie kann ich meinem Hund das erklären?

00:12:36: Dass er jetzt was Bestimmtes machen soll oder nicht machen soll Nicht machen soll?

00:12:40: schon wieder schwierig weil im Prinzip kann man nicht trainieren macht das nicht.

00:12:45: Das ist so wie dieses Denk nicht an den, welche Farbe hat der Elefant?

00:12:49: Ich weiß es nicht in roten Elefanten und sofort denken wir alle dran.

00:12:52: Sondern ich musste im Hund verklickern welches Verhalten in dieser Situation für mich passend wäre.

00:12:59: Ein Klassiker wäre zum Beispiel wenn Besuch kommt und die meisten Hunde stürmen eben zu Tür und bellen und freuen sich uns aufgeregt und springt und die Menschen sagen das wollen mir nicht Und dann frage ich immer aber was wollt ihr denn?

00:13:10: Was soll er denn tun?

00:13:12: Und da können wir dem Hund auch seine Gefühle nicht absprechen.

00:13:15: Manche Hunde sind da einfach sehr aufgeregt und das heißt wir brauchen einen Alternativverhalten, dass der Hund in Ruhe lernen kann.

00:13:21: Und dass er mit einer gewissen Aufregung auch noch ausführen kann.

00:13:26: Das ist für Menschen oft sehr schwer von diesem Dass nicht das nicht das wegzukommen hinzu.

00:13:34: was könnte er denn tun?

00:13:35: wenn wir auf der Straße den Erzfeind treffen und mein Hund findet ihn nun mal total blöd, habe ich sofort im Kopf ja er soll nicht bellen.

00:13:43: Er soll nicht in die Leine springen.

00:13:44: Er soll'n nicht peinlich sein, er soll'n sich auffallen.

00:13:46: aber was soll er denn tun mit seinen Gefühlen und seiner Aufregung?

00:13:51: Das wäre der eine Punkt.

00:13:53: Alternativverhalten überlegen und dann lernen.

00:13:56: wie kann ich Verhalten erzeugen?

00:13:58: Dann gibt's einfach nur das ist einfach ne technische Frage.

00:14:02: Der andere Punkt, was eher so ein bisschen in Richtung Verhaltensstörung vielleicht geht.

00:14:06: Also eine übermäßige Aggression zum Beispiel oder ich habe sehr viele Hunde im Moment die viel Ängste haben, generalisierte Ängster auch Geräuschängste

00:14:13: z.B.,

00:14:14: das kippt bei Hunden relativ schnell in die Richtung dass sie einfach gar nicht mehr rausgehen wollen, nicht mehr spazieren gehen wollen weil es könnte ja irgendwo ein Geräuscht sein.

00:14:23: Da ist es so, dass wir schauen... Ganz witzig, wenn man mal drüber nachdenkt.

00:14:29: Man kann eigentlich nicht das Verhalten selber ändern, sondern wir können das ändern was davor ist oder was danach ist.

00:14:35: Das nennt man dann das ABC des Verhaltens, das A sind die Antizidenzien, was das schicke Wort für is davor, es BS behavior also verhalten und C sind die Konsequenzen also das was danach kommt.

00:14:48: Ich glaube, dass modernes heutiges wissenschaftsbasiertes Hundetraining ganz viel im Bereich der Arse stattfindet.

00:14:56: Ist der Hund überhaupt gesund?

00:14:59: Hat er Schmerzen?

00:15:00: Es gibt schon ein bisschen ältere Studie mittlerweile, die hat gezeigt, dass über siebzig Prozent der Hunde, die Aggressionsverhalten zeigen Rückenschmerzen haben also einfach einen verspannten Rücken und mein Hund kann ja nun mal nicht zu mir kommen und sagen ich habe Rücken aber ich bräuchte mal bitte eine Massage oder ein Physiotherapeutin Und wir kennen das selber.

00:15:17: Wenn wir Rückenschmerzen haben, Kopfschmerzen was auch immer natürlich ist man angespannter dann zieht er vielleicht noch an der Leine hat dadurch noch mehr Schmerzen oder wenn es ein Halsband ist kriegt nicht mehr gut Luft und da entsteht natürlich schnell die Verknüpfung.

00:15:30: ich habe den Nachbars Hund gesehen.

00:15:32: mir tat etwas weh.

00:15:34: Ich hab mich ganz normal verhalten bin bisschen in die Leine gesprungen was mal als Hund halt so macht und dann tat's noch viel Dollar weh.

00:15:39: Also ist der Nachpasshund böse, schlecht gefährlich.

00:15:43: Und nächstes Mal wenn wir ihn sehen dann werde ich mal noch früher und heftiger reagieren.

00:15:48: Der Mensch würde vielleicht eher denken mein Hund hat gebellt, da habe ich an der Leine gerückt und den ordentlich angeschrien.

00:15:55: jetzt muss er doch verstehen dass das Bellen schlecht ist.

00:15:57: also wir haben zwei ganz verschiedene Verknüpfungsebenen und so gibt es auf der Ebene der Antizidenzchen natürlich noch viel mehr.

00:16:04: was braucht ein Hund eigentlich selber um sich gut zu fühlen irgendwie auf eine Art zufrieden oder glücklich zu sein, oder in Form von Wohlbefinden zu haben.

00:16:12: Was braucht er auch für eine Beschäftigung?

00:16:14: Für eine Anregung?

00:16:16: Was braucht der Beziehungs-Ebene?

00:16:19: Es gibt im Moment wahnsinnig viele Hunde die Allergien haben den ganzen Tag mit Bauchschmerzen im Prinzip rumlaufen.

00:16:25: Natürlich reagiert man dann anders auf Dinge und ich glaube da sind wir gerade als Community noch dabei ganz viel drüberzulernen.

00:16:34: Und dann haben wir die Cs.

00:16:35: das ist was kommt nach dem Verhalten?

00:16:37: Da haben wir im Prinzip nur vier Varianten.

00:16:40: Es kommt was Angenehmes dazu, es hört etwas Angenehmes auf, es kommt etwas Unangenehms zu oder es hört was Unangenes auf?

00:16:46: Das ist das, was wir landläufig dann Belohnung- oder Strafen nennen.

00:16:50: und da wäre es aber ein Missverständnis zu denken, dass geht immer von mir als Besitzerin, als Halterin aus sondern das ist ganz viel natürlich was in der Umwelt passiert.

00:17:00: also wenn Meine Hunde gehören zum Beispiel zu denen, die wenn ich die mal kurz im Auto warten lasse und dann geht jemand zu nah an meinem Auto vorbei.

00:17:07: Das ist das ganz tolle Bällen Und da haben wir einfach den Effekt der Hundes gestresst weil immer zu nah am Auto ist.

00:17:14: er bellt macht Dinge und die Person geht weg Weil sie halt einfach vorbeigegangen ist ne?

00:17:19: Das weiß der Hund aber ja nicht.

00:17:21: Sondern der sagt oh jetzt fühle mich besser.

00:17:24: Und nun wenn ich sage der Hund sagt dass es klingt sehr vermenschlich Ich meine eigentlich nur ein biologischen Prozess von der ist dann erleichtert und das heißt gelernt ist.

00:17:32: Das mache ich wieder.

00:17:33: Und wenn wir jetzt mal vielleicht einen Menschen haben, der bleibt kurz stehen und sagt auch süßer Hund, der da im Auto bellt, dann wird das Verhalten vielleicht intensiver.

00:17:42: Der Hund sagt, oh, ich muss noch mehr bellen!

00:17:45: Vielleicht fange ich besser schon früher an zu bellen, wenn sich überhaupt einer nur dem Auto nähert?

00:17:49: Das wäre ein Beispiel für Konsequenzen.

00:17:51: Da bin ich nichtmals dabei.

00:17:52: Das habe ich nicht gemerkt.

00:17:55: Trotzdem verwirrt dann das Bellen und es sich aufregend immer weiter verstärkt.

00:18:00: Und genauso kann natürlich eben, wir hatten vorhin das Beispiel schon.

00:18:04: Es kann was Unangenehmes dazukommen über Leinenzug, mein Mensch wird unangenehmer, mein Menschen fängt auf einmal an zu schreien obwohl er doch sonst nicht schreibt und dann haben wir eine Form von Strafe die dazu führt dass Verhalten weniger wird.

00:18:16: Das ist einfach immer ein Hin- und Her.

00:18:20: Lernen ist ja etwas was bei Menschen und Hunden die ganze Zeit stattfindet.

00:18:23: es ist ja nicht irgendwann fertig und das heißt dieser ABC-Analyse wäre das, worüber wir dann verstehen.

00:18:32: Warum hält sich manches Verhalten so hartnäckig oder warum ist es überhaupt aufgetreten?

00:18:36: Wie kommt es dazu?

00:18:37: und dann haben die Varianten wie können die Ars verändern, wie können sie C's verändern?

00:18:41: und wir müssen trainieren lernen.

00:18:45: Wenn ich dazuhöre, ist es so dass es vor allen Dingen ja auch ein Paradigmenwechsel in den Köpfen vieler braucht nämlich als Wesenheit zu betrachten mit allem was uns Auch zu eigen ist nur mit dem vielleicht Handicap eben der fehlenden Sprache oder eben einer Körpersprache, die oftmals nicht eins zu eins so übersetzt werden kann von den meisten.

00:19:13: Und damit ist natürlich auch diese Denke ein Hund sollte vielleicht zunächst einmal wie funktionieren im Alltag?

00:19:20: So nach dem Motto ich habe

00:19:21: aber

00:19:21: auch einen Hund und wenn er nicht funktioniert dann ist es ein Problem.

00:19:28: Dieses Problem möchte man aber auch eigentlich sozusagen weghaben, wie man vielleicht eben andere Dinge eher verdinglicht weggaben möchte.

00:19:37: Also das quasi natürlich.

00:19:38: wenn du jetzt ABC betrachtest dann sind es ja genauso die Analysen, die wir auch in Bezug auf unser menschliches Verhalten ansetzen können.

00:19:48: also wie waren sozusagen die Vorbedingungen was ist das aktuelle Verhalten oder wie ist denn die Konsequenzen?

00:19:54: Also dass hier natürlich eine sehr große Vergleichbarkeit zu sehen ist, oder?

00:20:01: Ja definitiv.

00:20:04: Vielleicht gewisses Maß weniger an Komplexität.

00:20:08: aber ich finde spannend das du diesen Begriff des Funktionierens reinbringst weil ich glaube es das wirklich der Knackpunkten bisschen ist und dass wir eben von uns selber genauso erwarten.

00:20:19: Wir müssen ja auch die ganze Zeit funktionieren und unsere Kinder müssen funktionieren.

00:20:22: Und natürlich müssen die Hunde dann auch funktionieren, genauso wie die Autos funktionieren müssen und die Maschinen und alles.

00:20:27: Das Funktionieren ist glaube ich ein ganz großes Paradigma unserer Welt.

00:20:33: Und tatsächlich kommen gerade Kundinnen, die jetzt nicht speziell mich ausgewählt haben sondern die vielleicht für die das einfach in der Nähe ist oder die das praktisch finden oder die hier Ferien machen wollen und da jemand suchen oder so.

00:20:45: Die kommen schon... oft mal mit einer Einstellung von ich soll den Hund reparieren, dass der wieder funktioniert.

00:20:52: Das klappt und auf einer technischen Ebene geht das ja manchmal sogar.

00:21:00: Also wenn man trainieren kann, kann man sehr viel trainieren.

00:21:03: Das sehen wir auch an Wildtieren als Huthioren.

00:21:07: Da geht ja sehr viel.

00:21:11: Und es würde am Ende trotzdem nicht das ringern Wonach man sich eigentlich sehnt, was ich da zum Beispiel gerne hinterfrage ist.

00:21:19: Warum hat man sich mal diesen Hund gekauft?

00:21:23: Es war es wo ganz viele Menschen auf einmal ganz emotional und sentimental werden weil ich glaube niemand kauft sich einen Hund mit der Idee Der soll dann den ganzen Tag still in der Ecke liegen Und wenn ich beziehen will soll er an der Leine neben mir her gehen und funktionieren und dann kann Ich ja wirklich auch ein Automaten dann Roboter-Hund sonst was nehmen.

00:21:40: und selbst die Roboter Hunde habe ich meine kleine Studie mit Kindern zugemacht sind unheimlich emotional.

00:21:47: Die muss man streicheln, um die muss man sich kümmern und mit denen muss man reden so ne?

00:21:51: Und ich habe ja an sich einen Hund auch erst mal emotionale Erwartungen zumindest in dem Moment wo ich davon träume ein Hund zu haben.

00:21:58: Die gehen manchmal verloren in den Moment wo mein Hund vielleicht auch einfach für mich als Mensch nur noch Stress bedeutet weil ich ja auch funktionieren muss.

00:22:07: und wenn ich mit meinem bellenden Hund raus gehe und der vor allem Angst hat und alle anbällt was denken dann die anderen Leute dass ich es nicht im Griff habe, aber das ist ja auch etwas, was ganz schlimm, ganz Angst besetzt ist.

00:22:21: Und insofern glaube ich, dass man über diesen ursprünglichen Traum von einer Gemeinsamkeit, Gemeinschaftlichkeit von Hund und Mensch die Leute ganz gut abholen kann um was es eigentlich mal ging.

00:22:35: Das ist hier auch so narrativ finde ich, was wir schon aus den Kinderbüchern, Kinderfilmen, aus ganz vielen emotionalen Geschichten so kennen, ne?

00:22:43: So eine tiefe Verbindung die wir uns da eigentlich wünschen und einer bedingungslose Liebe einen was eben nicht so kompliziert ist vielleicht wie es manchmal mit anderen Menschen ist.

00:22:54: Sondern ein Hund kann ja auch unheimlich viel Hingabe zeigen und liebevoll sein Und ich glaube dass das eigentlich der Pfad ist über den wir dann eher ein... Das funktionieren vielleicht in Frage stellen können, was nicht heißen soll.

00:23:14: Dass alle Hunde bellend ohne Leine durch die Gegend rennen, sondern zu gucken warum will ich manche Dinge eigentlich und zuwessen nutzen?

00:23:27: Und sowas wie vernünftig an alleine gehen ist aus meiner Sicht etwas zum Nutzen des Hundes, Hunde, die in unserer Gesellschaft leben einfach können müssen.

00:23:36: Das heißt da muss sich ein Weg finden das möglichst Hundeschonend dem Hund möglichst gut beizubringen, weil der hat sich nicht ausgesucht dass er hier in Deutschland in den Wohngebieten lebt wo man nun mal an der Leine gehen muss.

00:23:50: Der ist hier irgendwie reingeraten und das war meine Idee, dass der hier lebt.

00:23:54: also bin ich in der Pflicht ihm das so gut wie möglich und so schön und nett wie möglich eben beizubringen wie es gehen soll.

00:24:01: Das erscheint einem als Mensch oft so einfach aber für ein Hund ist das glaube ich relativ kompliziertes Konstrukt.

00:24:05: Ich musste irgendwie neben einem hergehen und dann ist da diese Seil und das stört irgendwie und man denkt immer Das wird schon gehen.

00:24:11: Und das ist was, was ich eben nicht über Beziehung reparieren kann.

00:24:14: Ich kann nicht.

00:24:15: wenn ich eine gute Beziehungen zu meinem Hund habe führt es nicht dazu dass der weiß wie an der Leine gehen funktionieren soll und so kann man sich finde ich ein bisschen sortieren und hinterfragen Was muss den Hund denn eigentlich lernen?

00:24:29: Zu seinem eigenen Nutzen!

00:24:31: Es ist auch so eine relativ neue Idee, dass Training eigentlich erstmal dem Tier selber zugutekommen soll.

00:24:38: Da würde zum Beispiel medizinisches Training zugehören, dass ein Hund sich medizinisch versorgen lässt ohne dabei großen Stress zu haben.

00:24:45: Finde ich was, was einen Hund zu seinem eigenen Nutzen oder jedes Tier, jedes Haustier oder jedes tier das bei Menschen gibt lernen muss.

00:24:53: und dann gibt es vielleicht Dinge die ich mir von meinem Hund wünsche.

00:24:57: da wären wir denn zb bei den Assistenzhunden, was ja im Prinzip eine moderne Form von Arbeitshunden ist.

00:25:02: also und da haben immer schon für Menschen gearbeitet Da wäre eben auch die Frage, wie kann ich das so gestalten?

00:25:11: Dass es im besten Fall nicht nur für den Hund okay ist.

00:25:14: Sondern der Hund vielleicht sogar auch einen Nutzen davon hat oder dass er auch ein Gewinn aus dem Ding, die er tun kann zieht.

00:25:23: Ja, neben dem Begriff der Funktionen finde ich... Es gibt so einen zweiten spannenden Begriff nämlich das Problem zu fixen.

00:25:33: Also gerade im Coaching gibt es ganz oft die Idee, ich gehe da irgendwo hin und dann habe ich eine Sitzung.

00:25:39: Und leg' ich irgendwie so ne Tablette?

00:25:41: Und dann ist mein Problem

00:25:43: weg!

00:25:45: Kennst du

00:25:45: das?!

00:25:46: Und gleichzeitig ihm vielleicht magst Du mal aufzeigen ja wie gehst Du denn vor?

00:25:50: also was wäre sozusagen Dein Herangehen?

00:25:53: Da kommt jemand mit einem Anliegen und daraufhin machst Du was

00:26:00: Ja, total.

00:26:02: Und ich finde es auch nachvollziehbar, dass man erstmal die Idee hat das soll jetzt bitte ein Profi für mich wegmachen.

00:26:09: Wenn wir vielleicht nehmen mal... Ich hatte einen Hund der hatte so eine stark generalisierte Geräuschangst also er hatte erst Angst vor Gewittern dann waren die, ich meine der wär mal in den Stromzaunen geraten was die meisten Hunde gut abschütteln Und dann ist eben dieses, was wir Generalisierung nennen würde, passiert.

00:26:28: Der wollte erst nicht mehr in die Richtung den bestimmten Weg gehen.

00:26:32: Dann wollte er aus der Haustür gar nicht mehr In die Richtung, dann wollte er nicht mehr aus der haustür.

00:26:36: das an tatsächlich relativ schnell passieren.

00:26:39: Deswegen ist Angst etwas, was man bei Hunden immer sehr ernst nehmen muss und sehr schnell sich da Hilfe suchen sollte.

00:26:45: Unser Hause hat ja auch Angst weil es könnte noch mal Gewitter geben also bald irgendeinen Luftzug war hatte der Angst genau und das heißt Besitzerin hatte durchaus den Anspruch, dass ich das bitte wegmachen soll.

00:26:58: Möglichst schnell und kostengünstig und ohne dafür tun viel zu müssen.

00:27:05: Das erste was ich in so einem Fall tue ist tatsächlich eine Verweisung zum Tierarzt Und da hat sich dann gezeigt, dass der einer schon offenbar sehr lang bestehende schwere Bauchspeicheldrösen Erzündungen hatte Was dafür bekannt ist Ich hatte es zum Glück selber noch nicht weiß aber auch von Menschen, dass es offenbar extrem schmerzhaft ist und bei Hunden eben sehr viel, entweder Angst oder Aggression.

00:27:27: Oder beides macht weil die sich einfach so schlecht fühlen.

00:27:31: Das heißt jetzt hatte die gute Frau nicht nur Termine mit mir sondern musste auch noch regelmäßig zum Tierarzt, musste Medikamente besorgen und in das Tier reinkriegen war schon mal mäßig begeistert sag ich mal.

00:27:43: dann war glaube ich noch was mit der Schilddrüse Und dann müssen wir wenn die Angst so stark ausgeprägt ist dass Im Prinzip, dass der Lebensalltag des Hundes nicht mehr möglich ist, gehen wir auch bei Hunden da mittlerweile erst mal mit Medikamenten ran.

00:27:58: Das heißt er brauchte erstmal einen Angstlöser damit er überhaupt sich noch einmal vor die Tür getraut hat und vor der Tür vielleicht im besten Fall eine positive Erfahrung machen konnte.

00:28:07: Das kennst du von Menschen das es ja.

00:28:09: irgendwann ist man soweit runter, dass eben diese Verstärker ausbleiben und der Hund natürlich dann auch erst recht keinen Grund mehr hat.

00:28:17: Genau, das heißt da musste man dann mit einem spezialisierten Verhaltenstierarzt noch ran.

00:28:21: Also noch ein Termin und noch mehr Geld.

00:28:25: Und das war so eine Beratung wo sehr viel geweint wurde.

00:28:28: Und irgendwann ist es meistens nicht im Erstgespräch sondern zum zweiten und dritten Termin.

00:28:32: Dann raus kam dieses Frau eben diese Ängste des Hundes einfach selber emotional nicht ertragen konnte.

00:28:41: auch da glaube ich, an sich den Anspruch hatte was wir ja auch oft hören so wenn der Hund mir nur vertrauen würde und wenn ich nur alles richtig machen würde dann hätte er doch nicht so schlimme Angst.

00:28:53: Und so ist es ja leider nicht das weißt du auch von.

00:28:55: Menschen können Angststörungen haben auch wenn sie den tollsten Ehepartner in der Welt haben zum Beispiel.

00:29:04: dann kam irgendwann raus, dass die Frau diesen Hund also immer wenn der Angst gezeigt hat irgendwo alleine weggesperrt hat.

00:29:10: Weil sie es nicht ertragen konnte.

00:29:12: und das ist natürlich aus Hundetrainer Sicht sagen wir mal ungünstig weil abgesehen von Gesundheit und Medikamenten braucht er natürlich was was wir Social Support nennen Also eine Unterstützung Die dem Hund zeigt Dein Bindungspartner ist da Und dein Bündungspartners Schätzt die Situation als nicht gefährlich.

00:29:33: ein.

00:29:34: Früher hat man immer gesagt, Angst soll man ignorieren.

00:29:36: Weil man sie durch Zuwendung verstärken würde und das ist grundfalsch.

00:29:39: tatsächlich kann man sich glaube ich auch gut selber vorstellen wenn man Angst hat und dann ist jemand nicht zu einem führt nicht dazu dass man mehr Angst hat na?

00:29:46: Das so funktioniert die Verstärkung von Gefühlen nicht.

00:29:49: D.h.

00:29:51: Die Aufgabe für Menschen deren Hund Angst hat es tatsächlich nicht so trivial nämlich möglichst normalen Alltag mit nem Netten darauf eingehen Ohne dass es kippt in so einen Betüdel von, oh Gott du armer kleiner Hund.

00:30:06: Das ist ja alles so schrecklich weil das würde dem Hund dann möglicherweise tatsächlich suggerieren von hier ist irgendwas nicht in Ordnung.

00:30:14: und das heißt eigentlich sind das oft Fälle wo der Mensch Unterschätzung braucht und auch Psychologische unter Umstände oder ein tolles stabiles Umfeld also wo ich als Hundetrainerinnen auch schnell an meine Grenzen kommen natürlich.

00:30:28: Mit manchen Leuten funktioniert es total gut, ihnen da Tipps zu geben und sie zu unterstützen und eben ihnen zu erklären du bist das nicht schuld.

00:30:39: Du kannst trotzdem einen Hund kann Angst haben obwohl er eine tolle Beziehung hat usw.

00:30:44: Und jetzt habe ich leider ein Beispiel ohne Happy End gewählt weil es für diese Frau aus total menschlichen Gründen einfach gar nicht möglich war dass zu den Hunden zu unterstützen.

00:30:55: Das heißt, ja Hunde können einen natürlich manchmal auch ganz schön an seine Grenzen bringen oder ich glaube manche mal Hunde haben ein bisschen so ein Talent da Dinge aufzuspüren und aufzuzeigen wo wir halt mit uns selber Schwierigkeiten haben.

00:31:12: Das heißt auch das ist jetzt noch mein Hinweis es ist auch so eine Art Fitting zwischen Hund und Besitzer dass es nicht nur die Frage eben der richtigen Rasse ist, sondern eben auch da müssen natürlich irgendwie oder dürfen auch Persönlichkeiten irgendwie fitten.

00:31:32: Oder eben sie können sich auch verstärken wenn ich dich richtig verstehe?

00:31:38: Ja und vielleicht ist das in so engen und nahen Beziehungen immer so oder dass irgendwie man Dinge berührt, die halt im Argen liegen, die nicht die Wehtun, die Schwierigkeiten machen.

00:31:53: Und also Fitting klingt für mich im Bassieren so nach, ich muss nur den richtigen Hund-Partner finden.

00:31:59: Dann ist alles gut!

00:32:01: Ich würde es eher glaube ich als so ein dynamischen Prozess sehen von im besten Fall aneinander wachsen und dem Hund vielleicht auch als Anlass nehmen zu gucken was da bei mir eigentlich los?

00:32:17: Also ich finde immer sehr spannend welches Hundeverhalten Menschen sehr stresst.

00:32:23: Es gibt zum Beispiel sehr viele Leute, sind durch kleine Anzeichen von Aggressionen aus der Ruhe zu bringen.

00:32:30: Ich habe aber auch Kundinnen schon gehabt wo der Hund schon andere Hunde gebissen hat und die sagen ich lasse dann trotzdem ohne Leine hier im Großstadtpark laufen.

00:32:39: oder es gibt Leute für die es Jagdverhalten auch erstmal normal.

00:32:43: Und da gibt's Leute für sie ist das ganz schlimm.

00:32:46: Die lassen den Hund nie wieder von alleine.

00:32:50: Wenn der Jagen geht, heißt er liebt mich nicht genug.

00:32:52: Sonst würde der nicht jagen gehen.

00:32:54: und es gibt Leute die trotzdem überall ohne leine Spaziering in uns sagen naja bisher haben wir uns nach zwei Stunden immer noch am Auto wiedergefunden.

00:33:03: Es sind natürlich beides extreme und man kann sich da irgendwo einsortieren Und so ist eben für manche Leute Ängste des Hundes schwer zu ertragen.

00:33:11: Ich finde das eigentlich ich erlebe es ähnlich tatsächlich mit Kindern.

00:33:14: Das.

00:33:15: im Prinzip zeigen Kinder ja nur eine Reihe Verhalten und Hunde eben auch.

00:33:19: Und ich merke einfach in meinem Alltag, okay das berührt mich.

00:33:23: Das finde ich irgendwie schlimm.

00:33:24: Das möchte ich lieber weg haben.

00:33:25: Das kann ich gar nicht ertragen.

00:33:28: Wenn man dann die Ressourcen oder die Kapazitäten hat zu sagen Moment mal!

00:33:35: Ich versuche da mal kurz hinzuspüren so lange es ertragen kann um mal kurz rauszukriegen was ist eigentlich was da bei mir anspringt?

00:33:44: Ein Hund, der einem Kaninchen hinterher springt macht was, was Hunde halt machen.

00:33:49: Und diese ganze Geschichte von, er liebt mich nicht genug oder ich mache alles falsch oder ein anderer Mensch würde das sicher besser hinkriegen oder was dann alles kommt.

00:33:58: Das hat ja etwas mit mir zu tun und eigentlich sehr wenig mit dem Hund in dem Moment zu tun auch sehr wenig with Hundertraining.

00:34:04: Und ist trotzdem was im Hunderttraining eben immer wieder aufkommt.

00:34:09: Da gibt es dann verschiedene Auswege natürlich.

00:34:11: Also was ich eben gesagt habe, fände ich so den Idealfall hinzuschauen.

00:34:16: Noch idealer wäre natürlich zu sagen das nehme ich mit in meine Therapie, dass gar nicht da mal ansprechen oder in meinen Coaching oder was auch immer man als Unterstützung hat und das andere extrem wäre zu sagen Ich muss den Hund abgeben weil das ist gar nicht erträglich für mich so.

00:34:30: oder ich hatte eine ganz andere Vorstellung vielleicht vom Leben mit Hund.

00:34:37: Ja, also ich finde das ist eine... Da sind wir wieder beim Funktionieren mit dem Fitting.

00:34:42: Ob es meine Außenattribution ist zu sagen der Hund hat ein Problem oder das Kind ein Problem und dabei vielleicht eben so diesen Eigenkontakt nicht so zu spüren was eigentlich in mir gerade lebendig.

00:34:59: also worauf reagiere ich?

00:35:02: Das haben ja oftmals jetzt bei Kindern vielleicht schon eher auch von dem wie da auch Dinge auch publik gemacht werden als jetzt in Bezug auf Hunde.

00:35:14: Seit ein paar Jahren hast du ja auch Eingangs schon erwähnt, nimmst du jetzt die Ausbildung mit Assistenzhunden für psychisch kranke Menschen also Autismus, PDBS hattest du erzählt?

00:35:26: Wie können Hunde den Alltag dieser Menschen eigentlich unterstützen?

00:35:35: Zwei Säulen, würde ich sagen.

00:35:36: Das eine ist das was im Prinzip jeder Hund macht also eine Tagesstruktur schaffen dass man wieder rausgehen muss, dass man sich um jemanden kümmern muss, Dass man Hundefutter kaufen gehen muss.

00:35:50: Dass man an Bezugspersonen da hat einer emotionales Erleben mit dem so weiter was im prinzip eben auch bei jedem Familienhund so wäre und Was glaube ich tatsächlich ein Großteil der positiven Wirkung ausmacht?

00:36:06: Und zusätzlich muss der Hund sogenannte erlernte Hilfeleistungen zeigen.

00:36:11: Da gibt es mittlerweile auch ein Gesetz und eine Verordnung

00:36:13: usw.,

00:36:14: wo das alles geregelt ist, was in der Umsetzung leider überhaupt nicht funktioniert und total harpart.

00:36:18: aber theoretisch grundsätzlich gibt es einen Katalog von erlernten Hilfeleistung.

00:36:23: Das wäre bei den Hunden die ich ausbilde, das sind die sogenannten PSB-Hunder also psychosozialer Bereich.

00:36:30: Wäre das zum Beispiel In so Schlange-Stee Situation, dass der Hund einfach quer vor oder hinter seinem Menschen steht und dadurch ein bisschen Abstandschaft.

00:36:40: Oder das der Hund lernt sich auf seinen Menschen draufzulegen in irgendeiner Form was im Prinzip ein bisschen ist wie dieser schweren Decken die es gibt oder so ne?

00:36:49: Also die Pressure Therapie nennt sich das wodurch diesen tiefen Druck eine Beruhigung stattfindet.

00:36:55: Oder die Hunde können lernen Medikamente zu holen, Notfallzubehör zuholen, eine Notfalltasche.

00:37:03: Sie können bestimmte physiologische Vorgänge vorher spüren und anzeigen.

00:37:08: Das wäre in meinem Bereich zum Beispiel die psychisch induzierten Krampfanfälle, also was ein bisschen aussieht wie Epilepsie.

00:37:14: aber eben das ist ja tiefer Krampfanfall.

00:37:18: Und wenn der Hund einem vorhersagt, dass wird jetzt gleich passieren kann man sich eben zum Beispiel noch kurz irgendwo hinsetzen gucken, dass der Kopf geschützt ist und vielleicht seine Notfallinfos rauslegen oder so.

00:37:29: Dann kann der Hund bestimmte Zustände unterbrechen, also sowas wie Panikattacken oder Dissoziation.

00:37:35: Das heißt so eine Form von Weggetretensein nicht mehr denen richtig mitkriegen.

00:37:40: Da kann er uns zum Beispiel lernen dann zu stupsen anzuspringen abzuschläcken was auch immer den Menschen da hilft.

00:37:47: und so gibt es so ein Katalog von Hilfeleistungen die der Hund eben erlernt.

00:37:52: das wären so die beiden Bereiche.

00:37:55: Wie ist da so die Auswahl eines entsprechenden geeigneten Hundes?

00:38:01: Gibt es da bestimmte Rassen, die in Frage kommen oder kommen die Hunde schon quasi mit diesem Anliegen und dem Besitzer hier?

00:38:13: Ja.

00:38:14: Ist tatsächlich ein schwieriges Thema.

00:38:15: Also traditionell werden bestimmte Rasen bevorzugt.

00:38:18: Das sind vor allem die Retriever, Labrador and Golden Retrievers.

00:38:24: Ich finde zwei Sachen wichtig.

00:38:25: zum einen reden wir natürlich über moderne Arbeitshunde.

00:38:28: Da habe ich eben schon mal gesagt, das heißt es müssen schon Hunde sein die gesund sind, die Bock haben was zu tun und nach neueren Studien ist da die Rasse erstmal eigentlich gar nicht so entscheidend und trotzdem spielt es natürlich eine Rolle, oder?

00:38:46: Das heißt zum Beispiel für diese tiefen Druck, denkst macht's jetzt nicht viel Sinn ein Chihuahua zu nehmen, sondern brauchen wir schon bis ins Gewicht auch für dieses Hinteralmstehen- und Abstand schaffen.

00:38:58: Ich habe einen Kunde, der hat ein sehr, sehr kleinen Hund in Bologna's Wetner... Da passiert es ja natürlich eher mal, dass die Leute das nicht sehen oder da drauf treten oder so, ne?

00:39:06: Und wenn ich da ein Rottweiler stehen habe, hat das natürlich eine ganz andere Willkung!

00:39:14: Es gibt unheimlich viel Versuche darüber Welpen-Tests rauszufinden welcher Welpe wohl geeignet sein könnte.

00:39:21: Und ich mache die Welpen Tests tatsächlich auch.

00:39:25: Mir ist bewusst, dass es da keine wissenschaftliche Evidenz gibt.

00:39:27: Es gibt keine vernünftige Studie die zeigt.

00:39:29: ein Hund der mit sechs Wochen das und das gemacht hat, ist dann später auch tatsächlich erfolgreich Und ich glaube dafür ist die Sache eben auch zu komplex.

00:39:38: Also was ich versuche als die Leute kennenzulernen vorher und zum Beispiel zu schauen brauche ich eher einen Hund der vielleicht etwas Aktivierendes hat.

00:39:48: also wenn ein Mensch sehr in Richtung Depressionen geht und schwierig keiner rauszukommen und aufzustehen und so.

00:39:54: Dann brauche ich vielleicht eher einen Hund, der auch mal sagen kann, jetzt ist aber hier Speziergang angesagt oder brauche ein Hund, den vielleicht sehr viel Ruhe ausstrahlt von seinem Äußeren und von seinem Charakter.

00:40:09: die Hunde haben ja sogenannte Zutrittsrechte das heißt sie dürfen im Prinzip überall mithin wo ein Mensch mit Straßenschuhen mit darf d.h.

00:40:16: gehen mit ins Krankenhaus zum Arzt in den Supermarkt zum Metzger.

00:40:21: Das setzt natürlich nicht nur sehr gutes Training voraus, sondern eben auch ein Hund der eine gewisse Grundgelassenheit vielleicht hat.

00:40:28: Und ich finde, der andere Punkt und damit stehe ich aber glaube ich ein bisschen alleine da ist das im Assistenzwunderbereich sehr viel passiert was ich als ableistisch empfinde.

00:40:39: Das heißt als diskriminierend aufgrund von Behinderung und Krankheit.

00:40:45: Und für mich gehört auch dazu zu sagen dieser Mensch kriegt jetzt diesen Hund, weil ich als Trainer das so entschieden habe.

00:40:51: Fertig!

00:40:53: Und jeder gesunde Mensch hat es recht sich einen Hund auszusuchen in der Farbe und mit der Fellstruktur und in der Größe die er gerne haben möchte.

00:41:03: Warum sollten behinderte Menschen das nicht haben?

00:41:04: Das leuchtet mir nicht ein.

00:41:07: Wenn mein Kunden mir sagt Ich hätte gern einen braunen Hund mit viel Fell Dann hab' ich ja immer noch Ausreichend Auswahl um zu gucken welcher könnte das sein?

00:41:18: Und ich habe tatsächlich auch relativ oft Kundinnen, die wo immer ein Hund schon vorhanden ist.

00:41:24: Und natürlich muss man manchmal sagen Ich glaube das würde diesen Hund nicht glücklich machen.

00:41:29: Aber in sehr vielen Fällen wenn ich gut trainieren kann und wenn der Mensch eine gewisse Kompromissbereitschaft vielleicht auch hat oder eine Fähigkeit sich auf Dinge einzulassen Ist da ja auch sehr viel möglich.

00:41:40: und ich tue mich da echt schwer mit dass da TrainerInnen schnell kommen.

00:41:46: Ich bin hier der Profi und deshalb entscheide ich das jetzt alles über dein Leben.

00:41:49: Und da gibt es zum Beispiel Matching Prozesse, wo der Mensch im Prinzip gar nicht wirklich mitreden darf sondern er kriegt den Hund und fertig.

00:41:55: Das finde ich problematisch.

00:41:59: Du hast ja diesen Katalog erwähnt.

00:42:02: Das klingt zu mich erst mal danach dass es einfach auch eine längere Zeit braucht für ein Training wie... Ist das von der Struktur angelegt?

00:42:12: Also es gibt einen festen Zeitrahmen.

00:42:14: und wie funktioniert das auch mit der Finanzierung.

00:42:18: Ja, dass ist echt ein bisschen schwierig weil das natürlich zusammenhängt.

00:42:22: Und im Idealfall würde man sich glaube ich sehr viel mehr Zeit lassen als aus finanziellen Gründen dann möglich ist.

00:42:30: Der Hund darf mit so eins anderthalb, darauf muss er eine große Gesundheitsprüfung machen Und danach dürfen wir laut Gesetz mit der sogenannten Spezialausbildung anfangen, also mit diesen Aufgaben.

00:42:40: Es gibt ein paar Ausnahmen.

00:42:42: zum Beispiel wenn der Hund irgendwas anzeigen soll macht es wenig Sinn dem anderthalb Jahre zu erklären, ignoriere diesen Geruch mal und dann so sagen ja jetzt hast du die Gesundheitsprüfung bestanden ab jetzt ist dieser Geruch für dich total relevant.

00:42:55: Aber im Prinzip fangen wir mit eins an, anderthalb an.

00:42:57: Das heißt vorher machen wir eine Grundausbildung die im Prinzip vergleichbar einem sehr gut trainierten Familienhund ist und wo es eben vor allem darum geht Dinge kennenzulernen Beziehung aufzubauen So was wie Leinenführigkeit Sitzplatz Rückruf Mit anderen Hunden gut klarkommen mit dem Leben also ich Gut klarkomme zum Tierarzt gehen und diese Dinger das ist ja auch schon genug Programm.

00:43:20: Und dann eben mit anderthalt fängt die Spezialausbildung an Und vorgeschrieben sind mittlerweile sechzig Stunden mit einem Trainer.

00:43:29: Das ist eher an der unteren Grenze, würde ich sagen und also das was ich mache nennt sich Selbstausbildung,

00:43:34: d.h.,

00:43:35: der Mensch bildet den Hund selber aus und beauftragt dazu einen Trainer.

00:43:39: Die Alternative wäre der Hund wohnt bei mir und wenn er fertig ausgebildet ist gebe ich den dem Menschen ein, das mach' ich nicht, sondern ich bevorzuge dir selbst Ausbildung.

00:43:47: Und d. h. realistisch ist dann schon... nochmal so ein Jahr mindestens, würde ich sagen.

00:43:54: Das ist ja vom Reihen vom Hundetraining her wäre es günstiger das ein bisschen länger und ein bisschen später zu machen weil mit anderthalb ist eine Hunde meistens noch mal in einer großen Entwicklungsumbruchsphase so ne?

00:44:06: Und es tut den meisten Hunden gut ihn mehr Zeit zu lassen.

00:44:10: aber wie du sagst die Finanzierung Es ist gerade sehr unklar und im Umbruch.

00:44:17: Wir haben in Deutschland ja die Situation, dass die Blinden für Hunder schon immer von den Krankenkassen finanziert werden und es gibt ein Gesetz auf EU-Ebene.

00:44:27: Das sagt verschiedene Behinderungen dürfen nicht gegeneinander diskriminiert werden.

00:44:30: das heißt einer mit einer psychischen Behinderung darf nicht schlechter behandelt werden als jemand der blind ist zum Beispiel.

00:44:37: Und dieses Gesetz muss aber eben noch umgesetzt werden.

00:44:41: und dann wäre im Prinzip Die Frage, dann müssten diese Menschen eben auch finanzielle Unterstützung bekommen.

00:44:47: und da ist gerade der Streit.

00:44:48: Sind da die Krankenkassen für zuständig?

00:44:51: Weil es um Wiederherstellung von Gesundheit oder Vermeidung von gesundheitlichem Schaden oder sowas geht?

00:44:58: Oder sind das die Eintiederungshilfen, die sind bei den Landratsämtern angeriedelt weil es eben um Teilhabe an der Gesellschaft geht.

00:45:06: also jeder Mensch, auch jeder behinderte Mensch hat ein Recht auf Teilhäbe d. h., rausgehen, Dinge machen können.

00:45:13: Dinge unternehmen können an Veranstaltungen teilnehmen können und da steht tatsächlich in der verordnung auch drin dass es nicht zumutbar ist für alle diese dinge auf einen anderen menschen angewiesen zu sein weil das wäre ja im prinzip die alternative bis die ganze zeit ein mensch neben mir her geht und mit dieser unterstützung leistet.

00:45:32: diese praktische unterstützung wie sonst der Hund machen würde.

00:45:35: und das heißt Theoretisch, juristisch müsste es Krankenkasse oder Eingederungshilfe sein und sollte auch auf jeden Fall beantragt werden.

00:45:43: Klappt aber oft noch nicht so.

00:45:45: Und die Alternative sind verschiedene Stiftungen.

00:45:48: Es gibt zum Beispiel den vorm fessexuellen Missbrauch der leider gerade geschlossen wurde.

00:45:51: Aber über denen habe ich einige Hunde ausgebildet.

00:45:54: Dann gibt's so Opferschutzorganisation wie Wasserringe oder diverse Dinge und viele kleinere Stiftung.

00:46:01: also da lohnt es sich ein bisschen reinzufuchsen.

00:46:04: Die dritte Variante ist die private Finanzierung.

00:46:06: Dafür reden wir natürlich schon über viel Geld.

00:46:08: Das heißt, dass viele dann machen ist sowas wie GoFundMe, private Spendensammlung oder auch eine Stückelung.

00:46:14: Ich habe vielleicht einen Teil der Stiftung übernimmt und einen Teil finanzie ich selbst.

00:46:18: Wenn es um Kinder- und Jugendliche geht wird auch oft das Pflegegeld hergenommen oder so was aber es ist unbefriedigend im Moment.

00:46:28: Du bildest ja auch Hundetrainerinnen aus.

00:46:31: für

00:46:32: wen ist denn eine solche Ausbildung eigentlich geeignet?

00:46:38: Welche Inhalte erwarten da die Personen, die vielleicht auch von den Zuhörenden Interesse haben?

00:46:49: Leider bild ich tatsächlich noch nicht grundständig, Hundetrainerinnen auszusagen.

00:46:53: Also man muss schon Hundertrainerin sein um dann bei mir eine Weiterbildung zu machen, die sich mit dem Training von Familienhunden in Familien mit kleinen Kindern befasst.

00:47:06: Und da habe ich eben nach meiner eigenen Erfahrung einen Buch darüber geschrieben.

00:47:09: und dann haben mich tatsächlich Trainerinnen angesprochen und gesagt, sie würden es gerne auch lernen das an die Familie so heranzutragen.

00:47:16: Und ob ich nicht eine weitere Bildung machen möchte?

00:47:17: So ist das im Prinzip entstanden.

00:47:21: Also zwei Jahrgänge sind schon fertig.

00:47:23: Der nächste würde dann Anfang nächsten Jahres starten, sodass die Idee ein bisschen ist dass sich der Netzwerk bildet wo sich Familien hinwenden können.

00:47:33: Die Grundidee war, dass ich sehr viele Familien beraten habe die sehr nett mit ihren Hunden umgegangen sind und wo dann ein Kind in die Familie kam also meistens über Schwangerschaft.

00:47:47: Und dann eben ganz viel Angst hervorkam auch geschürt von Familie, Verwandtschaft, Freunden.

00:47:52: und so die Idee.

00:47:54: Ab jetzt muss ich mit dem Hund irgendwie ganz anders umgehen.

00:47:57: Und jetzt muss wieder dieses Funktionieren und der Hund ist eine schlummernde Gefahr möglicherweise für mein Kind, und als ich selber schwanger war und versucht habe Bücher zu dem Thema zu finden ging es tatsächlich immer nur um diese Sicherheitsbedenken, was muss ich alles tun damit der Hund meinen Kind nicht frisst?

00:48:17: Das passte überhaupt nicht zu meinem Zusammenleben mit meinen zwei Hunden damals Und ich habe gedacht, es kann auch nicht sein das nur weil ich jetzt ein Kind kriege.

00:48:25: Ich irgendwie alles hier ändern muss und nicht mehr diese Beziehung zu meinen Hunden haben kann die ich habe und die nur noch im Prinzip weg sperren und weg organisieren und hinter Gitter und so haben muss.

00:48:40: Und hat mir das dann eben so erarbeitet.

00:48:43: Das ist das was dann die Trainerinnen auch lernen.

00:48:46: Das heißt die eine Grundlage viel über Entwicklung von kleinen Kindern zu lernen.

00:48:51: Also es geht bis zum sechsten Lebensjahr, bis zum Schuleintritt wo die Kinder einfach auch viel zu Hause sind so ne?

00:48:56: Und wissenschaftlich gesehen ist sechs Jahre da ein bisschen eine Schwelle weil unter sechsjährigen für sie ist tatsächlich die Hauptgefahr der eigene Familienhunde.

00:49:05: also wenn bei uns Vorfälle sind dann das ist der Familienhund oder Hunde von Verwandtschaft und bei den Übersextjährigen ist es dann eher eben der fremde Hund auf der Straße.

00:49:14: deswegen habe ich diese Grenze so gesetzt Genau, und das heißt wir müssten erst mal was über Entwicklung von Kindern lernen.

00:49:22: Das ist zum Beispiel in einem bestimmten Alter wenn das Kind auf den Hund zugrabbelt überhaupt keinen Sinn macht zu sagen nein lass das weil das Kind diese Verhaltenshämmung überhaupt noch nicht hat und dann kann ich mich aufregen und rumschreien aber es wird trotzdem nicht dass du fühlst das Kind auch hört auf dem Kind auf dem Hund zuzugrabbeln.

00:49:40: das heißt ich muss wissen indem und im Alter muss sich leider jedes Mal aufstehen oder hingehen entweder Kind oder Hund daraus holen oder zu wissen, es gibt diesen Greifreflex wo ich halt aufpassen muss dass da möglichst jetzt nicht das Fell des Hundes dazwischen gerät und wo ich dann auch weiß okay wenn es zugegriffen hat.

00:50:00: Es kann physiologisch nicht loslassen.

00:50:02: egal wie sehr ich mich aufregen muss ich mir schon was anderes überlegen.

00:50:05: also da einfach so ein paar Dinge zu wissen auch zu wissen wann ist für Kinder welche Themen?

00:50:13: fangen wir zum Beispiel an mit diesen ganzen Fahrzeugen, was für viele Hunde dann schwierig ist.

00:50:16: Mit Bobby Carr und Roller und sonst was.

00:50:20: Was mache ich wenn das Kind Freunde zu Besuch hat?

00:50:21: Wie kann man das strukturieren?

00:50:24: Und die Idee ist eben weg von diesem nur... Ich glaube dass Angst oft ein schlechter Ratgeber ist.

00:50:31: Also weg von dem nur Angst haben und hinzu kann es nicht eigentlich für mein Kind und für meinen Hund auch eine super schöne Chance sein?

00:50:38: Und wie kann ich das so gestalten, dass eben alle was davon haben?

00:50:43: Ich glaube tatsächlich für meine Hunde und also für mein Kind definitiv.

00:50:46: Und ich glaube auch für meine hunde eine wahnsinnig große Bereicherung war sehr nahe und eng zusammen aufzuwachsen.

00:50:53: Das ist die Idee, die ich gerne weiter raustragen würde.

00:50:57: D.h.,

00:50:58: wir müssen mal über kindliche Entwicklung lernen als Hundetrainerin.

00:51:01: Es kommt natürlich in der Hundetrainerausbildung erstmal nicht vor.

00:51:04: Die andere Säule ist die gewaltfreie Kommunikation.

00:51:08: Wer hat hier welche Bedürfnisse?

00:51:10: Und die Idee bei GFK ist ja, die Bedürfenisse sind im Prinzip gleich.

00:51:15: Ich glaube sie sind so ganz grob betrachtet auch bei Hunden relativ vergleichbar den menschlichen.

00:51:20: und dann gibt es eben verschiedene Strategien.

00:51:24: Über Strategien versuche ich mir Bedürfe zu erfüllen und auf der Ebene der Strategien kommt es zu Konflikten.

00:51:31: viel zu oft halten wir uns dann auf dieser Strategieebene auf.

00:51:34: Vor allem natürlich Kinder in einem bestimmten Alter, also sagen wir mal so die drei, vier, fünf Jahren, die sagen ich will jetzt aber das und der Hund sagt natürlich auch erstmal Ich will aber dass Also mein Buch beschreibe ich eine Situation wo ich mit meinem Kind und meinen Hunden am Meer war Und des kind wollte irgendwie auf der Stelle da, ich glaub muss schon sammeln und mit dem Sand was tun und so.

00:51:54: und die hunde wollten Aber laufen Und ich kann nicht beides erfüllen.

00:52:01: Und was wir Mütter gerne vergessen, ist vielleicht wollte ich sogar selber auch noch irgendwas.

00:52:06: Das stellt man dann schon fast immer hinten an und dann zu schauen, kann ich die Bedürfnisse dahinter sehen?

00:52:16: Was ist gerade für wen wichtig?

00:52:19: Und wer kann seines vielleicht am ehesten aufschieben oder anders erfüllen?

00:52:24: Dann tut sich eigentlich so ein Raum von Möglichkeiten auf, Vielleicht kann ich meinen Hunden erst mal ein bisschen Futter streuen und die können den da suchen.

00:52:33: Und das kann das Kind so lange, dass sie das machen?

00:52:36: Und danach können wir dann laufen oder vielleicht kann ich das Kind in die Trage packen.

00:52:41: Es hat eine Muschel dabei und ich überzeuge es davon, dass wir jetzt erstmal die Hunde rennen lassen.

00:52:46: Oder vielleicht habe ich ja noch einen anderen Erwachsen dabei und kann sagen, wir stellen uns jetzt hier mit der Entfernung auf und rufen die Hunder hin und her Dann haben die auch ihre Bewegung wenn das Bedürfnisbewegungen war.

00:52:56: Und das finde ich so spannend, gerade eben wenn wir es mit mehreren Hunden oder mehreren Menschen und ein zwei Hunden zu tun haben.

00:53:02: Zu gucken okay was sind die Bedürfnisse?

00:53:05: Und dass sich dann so eine Freiheit auftut zu sagen Es gibt ja ganz viele Strategien Und ich glaube, das ist ganz viel Übungssache.

00:53:13: Deswegen üben wir es in der Weiterbildung auch ganz viel zu sagen okay mein Bedürfnis ist Entspannung.

00:53:17: was sind meine fünf Lieblingsstrategien und was sind deine fünf Lieblingsstrategie?

00:53:21: Und welche davon kann ich vielleicht machen und gleichzeitig noch ein Hund beschäftigen?

00:53:26: oder welche kann ich machen wenn nicht nur meinen fünf Minuten Zeitfenster als Mutter habe und welche kosten wieviel Geld?

00:53:33: und da hängt ja ganz ganz viel dran.

00:53:35: immer deswegen ist GFK ein großer Bestandteil der Weiterbildungen weil wertvoll finde.

00:53:41: Und der dritte Teil ist im Hundetraining, also ein bisschen einfach zu wissen wie kann ich bestimmte Verhalten erzeugen?

00:53:48: Wie kann ich das so gestalten dass es für den Hund okay ist?

00:53:52: Wie können ja gucken ob der Hund größere Probleme hat auch wieder ne?

00:53:59: Wie Kann Ich da ABC Schema anwenden?

00:54:01: Was braucht der Hund sonst noch?

00:54:02: Hat er vielleicht einfach unerfüllte Bedürfnisse?

00:54:05: und auch da dann irgendwie kreativ zu werden uns zu sagen Also wir machen zum Beispiel eine Übung, wo ich so Bedingungen in den Teilnehmer zulose.

00:54:13: Die können entweder sein... Einer der Menschen ist

00:54:16: z.B.,

00:54:17: die wäre gerne oder krank oder behindert.

00:54:19: Dann gibt es soziale Faktoren und die Familie hat überhaupt kein Geld.

00:54:21: Die Familie hat ne sehr kleine Wohnung.

00:54:25: Und dazu kommt dann ein Problem im Anfangszeichen.

00:54:28: Zum Beispiel der Hund greift Besucher an, der Hund hat Angst.

00:54:34: Der Hund zieht immer an der Leine.

00:54:38: Gedankenübung, das so zu kombinieren und zu sagen okay vielleicht würde ich normalerweise empfehlen kauft euch ganz viel Zubehör aber ich habe jetzt zugelost bekommen die Familie hat aber kein Geld.

00:54:48: dann muss sich jetzt Dinge finden die man vielleicht basteln kann oder die man irgendwie anders herstellen kann.

00:54:53: Und ich glaube es ist so wichtig da Hundetrainerinnen heute für zu sensibilisieren dass wir einfach mit sehr unterschiedlichen Menschen zu tun haben und unsere Aufgabe nicht die Menschen anders zu machen und wieder mehr als funktionieren zu bringen, sondern unsere Aufgabe – also ich sehe unsere Aufgabe darin zu gucken.

00:55:11: Was sind die Bedürfnisse?

00:55:12: Und wie kann ich da das Zusammenleben eben so gestalten dass es am Ende bereichernd für alle ist?

00:55:19: Du hast ja schon dein Hinweis gegeben auf deinen Alltag nämlich zwei Hunde und Kind.

00:55:24: Kannst du vielleicht nur so ein-zwei Beispiele auch nennen, wie du mit Herausforderungen oder auch Stress umgehst?

00:55:36: Mein Kind ist jetzt schon sieben und die ist eben so schon aufgewachsen.

00:55:39: Das heißt mittlerweile empfinde ich tatsächlich, die selber als eine große Hilfe.

00:55:44: habe ich gestern noch dran gedacht weil wir haben einen Hund im Moment der recht viel Belte aus verschiedenen Gründen zu Hause.

00:55:50: Und wenn ich sehr gestresst bin, dann bin ich selber auch geräuschempfindlich und Ich glaube dass Stress oft ne Ursache von einem gewaltvollen Umgang ist.

00:55:59: also ich hab eben schon mal gesagt die meisten Menschen sind ja nicht Sagen ja nicht, ich bin halt ein gewaltvoller Mensch.

00:56:03: Ich mach das jetzt aus Überzeugung so.

00:56:05: Sondern ich glaube vielen wissen es oft und stressen.

00:56:09: Und das heißt für mich ist es dann schon naheliegender als sonst den Hund mal kurz anzuschreien?

00:56:15: Da ist es perfide wenn ich den Hund anschreihe hörte auf zu bellen.

00:56:18: Das heißt ich habe einen großen Verstärker und mein inneres System lernt ich schrei wieder aber langfristig welter eigentlich mehr weil er da noch mehr gestresst ist.

00:56:29: Und da hatte ich gestern, dass der so gewählt hat und ich war irgendwie Zeitnot-Zeitstress.

00:56:35: Und dann mein Kind kam und sagte, Mama, ich streue dem Mai im Hof ein bisschen Futter.

00:56:41: Dann hast du deine Ruhe und der hat was zu tun und alle haben, was sie

00:56:44: brauchen.".

00:56:46: Es ist einfach so simpel aber immer darauf zurückzukommen, zu gucken, was brauche ich eigentlich gerade?

00:56:53: Und ich habe eben schon mal angedeutet, ich glaube eine große Gefahr der bedürfnisorientierten Begleitung von Kindern ist da sich selbst zu vergessen und sich selbst völlig auszublenden.

00:57:05: Und dann bin ich gestresst und im Mangel und eine weniger gute Mutter als wenn ich auch gut für mich sorge.

00:57:12: Mir hilft es total.

00:57:14: Ich hab irgendwann angefangen mir zu sagen, ich zeig hier meinem Kind gerade wie ... Ich hoffe, dass es als Erwachsener auch selber mal für sich sorgt.

00:57:22: Und ich möchte hier eigentlich nicht vorleben, dass ich mich selber total vernachlässige, weil dann denkt sie ja auch das soll so sein.

00:57:28: Also so wie ich die Hunde nicht vernachlässigen möchte und sie nicht vernahlässigen möchte, möchte ich mich selbst auch nicht vernahrlässigern!

00:57:35: Und ich glaube, dass ist da oft echt ganz simpel ist was ich mittlerweile mache erst mal kurz einschicken habe ich schon genug gegessen?

00:57:44: hab ich schon genügend getrunken?

00:57:46: is mir zu warm oder zu kalt?

00:57:49: Und dass eben auch meinem Kind so zu vermitteln, wenn ich merke es wird gerade so eng und ich habe das Gefühl, ich platze oder irgendwas ist nicht gut.

00:57:58: Mal diese ganz simplen Dinge zu checken.

00:58:00: Habe ich mich eigentlich heute schon bewegt?

00:58:02: Hab ich schon irgendetwas gemacht was mich interessiert, was mein Herz berührt... ...und da kommt man ja dann oft schon auf Lösungen.

00:58:15: Im Prinzip ist es wie eine kleine Verlangsamung also anstatt Lust zu schreien oder zu reagieren, eben mal kurz einzuchecken.

00:58:23: Ich habe mir auch irgendwann so ein paar Notfallschulen angewöhnt also so simple Sachen wie die Arme unter eiskaltes Wasser halten.

00:58:33: Dass man wenn man merkt ich schrei gleich jemanden an einfach mal kurz sagen muss mich ich merke als ich versuch mein Kind auch zu verbalisieren.

00:58:41: Ich merke, ich reagiere gleich auf eine Art Wie ich gar nicht regieren will?

00:58:45: Ich fühle mich gar nicht wohl.

00:58:46: Ich muss mal kurz gucken was ich eigentlich brauche.

00:58:49: Und Kinder gerade in dem Alter lernen viel über Nachahmung als das, was ich ihnen den ganzen Tag so predige.

00:58:58: Das ist für mich die große Motivation zu sagen, ich will wirklich probieren es gut hinzukriegen weil mir halt hier so ein kleiner Mensch irgendwie zuguckt und da denkt, dass wäre so wie man's macht.

00:59:11: Ich hab einige Familien in der Beratung, die mit ihren Kindern total nett umgehen anschreien, in die Seite knuffen an der Leine ziehen.

00:59:19: Und ich glaube Kinder kriegen das mit und mein Kind spricht es mittlerweile auch sehr an und sagt dass für sie nicht stimmig ist wenn Leute so mit ihren Hunden umgehen.

00:59:32: Das finde ich eine schöne Chance da eben selber dazu zu lernen in alle Richtungen.

00:59:38: also ich bin ziemlich gut im Kind versorgen und dieses mich selbst versorge ist was wo ich noch dazulernen darf.

00:59:47: Du hast eben darin auch ein schönes Stichwort genannt, nämlich Entschleunigung.

00:59:52: Oftmals sprechen wir eben davon was sind so Grenzen dann im Umgang zwischen Alltag, Termindruck, Zeitdruck und dann vielleicht im Kinder oder Haushalt?

01:00:05: Und damit so einschlüsselte Element sicherlich die Frage entwo kann ich auch entschleunigen oder wo bin ich in all dem Und nicht immer nur darauf zu schauen, wie kann ich noch was optimieren?

01:00:24: Ja.

01:00:25: Da fällt mir direkt so der Hundespaziergang ein, wo auch viele Leute denken, ich muss so viel Kilometer schaffen und ich muss auf dem Spaziergang das und das an Training unterbringen weil das ja meine Hausaufgaben aus dem Hundetraining sind und der Spazieregang irgendwann nur noch in Stress ausartet.

01:00:41: und für Hunde ist eigentlich super wichtig rumzubummeln, zu schnuppern, zu erkunden und eben dieses Zeit zu haben.

01:00:50: Und da ist wieder der Hund vielleicht auch so eine Erinnerungsgeber dass man also ich versuche zum Beispiel mindestens einmal die Woche einen Spaziergang möglichst langsam zu machen und eben ohne noch irgendwas einzubauen und noch schnell zu erledigen und zu denken jetzt könnten wir doch noch und dies und das weil mir es viel leichter fällt Beschäftigung anzubieten und zu trainieren Und es für mich auch eher tatsächlich die Aufgabe ist zu sagen, das machen wir mal gar nix und gehen einfach nur langsam.

01:01:22: Es mir zum Beispiel hilft es dann zu fotografieren selber Ausschau nach schönen Klangdingen zu halten immermals zu gucken was schnuppern die da eigentlich?

01:01:29: Also auch so ein bisschen in die Welt des Hundes einzutauchen vielleicht und sich zu überlegen Was nimmt ihr alles wahr, was ich nicht wahrnehme?

01:01:36: Was ist seine Perspektive auf diese Spaziergarnung und so?

01:01:44: Gibt es nächste Ziele, die du gerne in Zukunft noch verwirklichen möchtest?

01:01:53: Ja.

01:01:54: Also ich habe tatsächlich das Gefühl dass sich eigentlich mit jedem Kunden so dazulernen und mich weiterentwickeln.

01:02:00: Das schätze ich auch sehr an dem Beruf so.

01:02:03: Ich bin gerade ein bisschen dabei noch verschiedene Formate von Trainingsmöglichkeiten auszuprobieren.

01:02:12: wo ich zum Beispiel drauf rumdenke ist Den Anrucker.

01:02:15: für viele Menschen ist so eine Gemeinschaftlichkeit unter Kundinnen total hilfreich.

01:02:20: Und gleichzeitig habe ich auch durch die Assistenzwunder, aber auch durch den anderen Leuten, die mich so finden oft Menschen, die auch schnell gestresst sind wenn man viele Hunde und viele Menschen auf einem Fleck hat in so einer Gruppenspazierung oder so macht.

01:02:32: Dann hab' ich jetzt gerade was ausprobiert wo man über das Handy im Prinzip die ganze Zeit Nachrichten- und Fotos austauscht also alle gehen gleichzeitig spazieren Aber jeder bei sich und versucht da bestimmte, also da ging es darum wieder staunen zu lernen.

01:02:47: Und über die Natur und den Hund und sich selbst ins Staunen zukommen.

01:02:52: Das ist so eine Idee an der ich noch weiter rumdenke.

01:02:57: Ich glaube, ich möchte auch ein zweites Buch schreiben.

01:02:59: Dieser Buchschreibeprozess hat mir sehr gefallen.

01:03:02: Es liegt mir irgendwie sehr... Genau!

01:03:06: Die Hunde-Trainer weiter aus Weiterbildung läuft weiter bei den Assistenzwunden.

01:03:10: Das glaube ich noch sehr viel zu tun.

01:03:14: Also das wären so die nächsten Schritte.

01:03:17: Wenn du jetzt an all jene denkst, die diesen Podcast hören oder auch hören werden und sich anschauen was wäre deine Botschaft an Alljene?

01:03:30: Und vielleicht irgendetwas, was du ihnen mit auf den Weg geben magst

01:03:37: Ja!

01:03:38: Vielleicht... also ich würde sagen dieser Punkt, den wir ja relativ vom Anfang hatten zu üben, zu beobachten Mit möglichst wenig Interpretation, ganz ohne Schaffen ist vielleicht gar nicht.

01:03:49: Aber einfach mal mit Neugier hinzusehen... Was macht mein Hund eigentlich den ganzen Tag?

01:03:55: Was macht er auf dem Spaziergang?

01:03:58: Wie erlebt der wohl seine Welt und sein Leben?

01:04:04: Zu hinterfragen was ich von meinem Hund erwarte, was da eben alles in Richtung Funktionieren alles so tun muss das sind ja oft Dinge die wir erzählt bekommen haben von Fernsehsendungen anderen Menschen, anderen Trainern die sagen ein Hund muss folgende Liste können.

01:04:21: und das ist ja gar nicht so.

01:04:22: Da können wir uns ja frei davon machen.

01:04:24: Es gibt keine Gesetze darüber was ein Hund alles können muss sondern ich glaube wenn wir es schaffen da individuell hin zu gucken was braucht mein Hund und was brauche ich?

01:04:34: Und wie können wir das möglichst einfach und schön für uns erreichen und wenn ein Hund zum Beispiel nicht auf Kommando sitzen kann, geht glaube ich die Welt nicht unter.

01:04:45: Und das ist aber was, wo es natürlich wieder schwer ist sich von frei zu machen so, ne?

01:04:51: Also vielleicht jetzt Neugier, so das Stichwort.

01:04:55: Ich finde Neugiere schützt auch davor, sich durch verhalten des Hundes schnell persönlich angegriffen zu fühlen.

01:05:00: Das hatte ich jetzt auch ein paar Mal schon gesagt, dass ich oft Menschen erlebe, die wenn der Hund das und das macht denken, ich bin ein schlechter Hunderhalter, mein Hund hat mich nicht lieb genug Ich mache es falsch.

01:05:12: Und stattdessen mit so einer Neuge hinzuschauen, warum hat er das wohl gemacht?

01:05:17: Kann ich vielleicht fünf verschiedene Gründe finden, warum mein Hund das nur macht und welche Bedürfnisse könnten ihm zugrunde liegen?

01:05:24: was ist hier vielleicht unerfüllt und umso größer wird ja auch der Raum darauf reagieren zu können.

01:05:29: Ich glaube tatsächlich zum Beispiel man muss nicht alles trainieren.

01:05:34: Meine Hunde sind zum Beispiel echt gestresst glaube ich wenn wir Besuch bekommen Und ich mag selber gar nicht so gern Besucher haben, dass sie mir irgendwann klang geworden.

01:05:44: Ich bin selber gestresst und vielleicht muss sich kein Besuch haben.

01:05:47: Und dann nur weil ich Hundetrainerin bin und weiß wie es geht, muss ich jetzt nicht so viel Stunden dafür aufwenden den Hunden irgendwas beizubringen was ich gar nicht fühle.

01:05:57: So kann man sich glaube ich von vielen Dingen frei machen wenn man sich eben traut da neugierig hinzuschauen.

01:06:06: Danke dir Miriam für unser Gespräch!

01:06:09: Ich habe super viel gelernt Und wenn Informationen für die Arbeit von Miriam gerne abgerufen werden möchten, findest du das hier unter dem Video oder unter dem Podcast verankert.

01:06:28: Ich danke dir noch mal ganz herzlich fürs Gespräch, Miriam!

01:06:32: Ja, danke, dass ich da sein durfte.

01:06:51: Dir diese Episode von Potenzial Talk gefallen?

01:06:55: Dann freue ich mich, wenn du diesen Kanal abonnierst und ihn auch gerne weiterleitest.

01:07:00: Weitere Informationen zu mir und meiner Arbeit findest du auf meiner Homepage unter www.taniadegner.de.

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